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Von zuhause aus: Big Data im Homeoffice

25.3.2020 | Welche Browser, Tools und Software nutzen Sie im Homeoffice? Wir geben Tipps für datensparsame Anwendungen am Arbeitsplatz zuhause.


Die Corona-Krise erfordert von allen eine große Umstellung des gesamten Alltags. Viele sind ins Homeoffice gewechselt und müssen sich nun an die neuen Arbeitsweisen gewöhnen. Trotzdem wollen wir den Schutz unserer Daten nicht aus den Augen verlieren.

Deswegen haben wir verschiedene Dienste zusammengestellt, die ohne große Umgewöhnung in den Berufsalltag zu integrieren sind. Diese Liste ist nicht vollständig und viele der Empfehlungen ließen sich durch strengere Alternativen ersetzen. Sie sind dafür aber für jede*n - auch ohne tiefgehende Computerkenntnisse - einfach anwendbar.


BROWSER



Chrome (Google), Edge (Microsoft), Safari (Apple) gehören zu großen Unternehmen, deren Geschäftsmodell zu einem großen Teil auf dem Sammeln und der Verwertung von Daten der Nutzer*innen basiert. Die Grundeinstellungen der Browser zielen darauf ab, möglichst viele Daten zu sammeln.



TIPP: FireFox

Warum? Dieser kostenlose Browser wird von der gemeinnützigen Organisation Mozilla entwickelt. Die Datenschutzerklärungen sind durchsichtig und einfach formuliert. Er ist einfach und intuitiv zu bedienen und bietet durch zahlreiche Add-Ons eine umfangreiche Funktionserweiterung.


SUCHMASCHINEN



Die meisten von uns sind an die umfangreichen, passenden Suchergebnisse der Google-Suche gewöhnt. Dabei muss jedoch bedacht werden, dass die Reihenfolge der Ergebnisse u.a. auf den erhobenen Daten basieren und somit vorsortiert sind – wie auch bei bing und yahoo. Dabei spielen nicht nur bisherige Suchanfragen eine Rolle, sondern ebenso besuchte Webseiten, Betriebssystem, IP-Adresse, …



TIPP: Startpage

Warum? Diese Suchmaschine agiert als eine Art Vermittler zwischen den Nutzer*innen und sendet die Suchanfragen ohne weitere Informationen – wie z.B. IP-Adresse – an Google weiter. Die Nutzer*innen bleiben damit Anonym und die Suchergebnisse werden neutral dargestellt.


VIDEOKONFERENZEN



Gerade jetzt erscheinen immer mehr Angebote für Videokonferenzen. Firmen wie Microsoft lockern ihre Lizenzen und bieten kostenlose oder sehr günstige Angebote an, um möglichst vielen Unternehmen die Arbeit im Homeoffice zu erleichtern – und das ist auch gut so! Trotzdem lohnt es sich auch hier, die Augen auf den Datenschutz zu richten und nicht sofort den erstbesten kommerziellen Anbieter anzuspringen.



TIPP: Jitsi

Warum? Jitsi scheint zur Zeit eine der wenigen open source Anwendungen zu sein, die trotzdem hinreichend stabil läuft. Auch wenn der Datenschutz bei Jitsi gegenüber seinen Konkurrenten an hoher Stelle steht, sehen wir hier noch Verbesserungsbedarf. Jitsi läuft am stabilsten im google Chrome-Browser. Es wird kein Account benötigt und der Dienst ohne Laufzeitbeschränkung angeboten, Gespräche mit bis zu 4-5 Teilnehmenden laufen unserer Erfahrung nach zuverlässig.


MESSENGER



Chats und Messenger können hilfreich sein, um kurze, schnelle Absprachen zu treffen. Auch wenn WhatsApp mit seiner Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wirbt, dürfte mittlerweile jeder und jedem klar sein, dass die kostenlose Facebook-Tochter alles andere als datensparsam ist.



TIPPS
Telegram
Wire
Signal


Warum? Die kostenlosen/günstigen Messenger stehen in ihren Funktionen WhatsApp in Nichts nach: Gruppenchats sind ebenso möglich, wie (Video-)Anrufe. Mit der Web-Funktion kann man auch bequem vom PC aus Nachrichten schreiben. Telegram wird wegen seiner US-Server oft von Datenschützern (berechtigterweise) kritisiert, ist jedoch nach wie vor eine deutlich bessere Alternative als WhatsApp.


KOLLABORATIVES SCHREIBEN: ETHERPADS



Statt Datensammler Google Docs ermöglichen viele andere Anbieter das kollaborative Schreiben über Etherpads. Vertrauenswürdige Etherpads sind beispielsweise die von Digitalcourage oder Systemli.



TIPPS
Systemli
Digitalcourage
Cryptpad


Warum? Über einen Link können beliebig viele Autoren an einem Textdokument gleichzeitig arbeiten. Die Änderungen werden dabei in Echtzeit dargestellt. Sobald die Textbearbeitung abgeschlossen ist, sollte das fertige Dokument gesichert und lokal gespeichert werden, denn einige Etherpads werden nach einem bestimmten Zeitraum Inaktivität automatisch gelöscht.

Noch nicht das richtige Programm dabei? Schauen Sie auch nach unseren Kriterien für die Auswahl von neuer Software!