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Digitale Zivilcourage

22.10.2019 | Diese Woche geht es um Hass im Netzt und wie wir am besten dagegen vorgehen können


am Wochenende haben in Halle laut MDR-Informationen 15.000 Menschen bei einem
Solidaritätskonzert den Opfern des Anschlags gedacht und den Rettungskräften gedankt. Künstler*innen wie Alice Merton, Max Giesinger, Joris, Marc Forster und Michael Schulte standen auf der Bühne (https://www.deutschlandfunk.de/halle-saale-solidaritaetskonzert-fuer-die-opfer-des.2849.de.html?drn:news_id=1061168).

Nach dem Anschlag gab es viele Diskussionen, zum Beispiel über die Reaktionen aus der Politik. So nannte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer den Anschlag ein „Alarmzeichen“ (https://www.spiegel.de/politik/deutschland/halle-anschlag-annegret-kramp-karrenbauer-sorgt-mit-formulierung-fuer-kritik-a-1290942.html).
Innenminister Horst Seehofer sagte im Bericht aus Berlin: „Viele von den Tätern oder den potentielle Tätern kommen aus der Gamerszene. Manche nehmen sich Simulationen geradezu zum Vorbild. Man muss genau hinschauen, ob es noch ein Computerspiel ist, eine Simulation oder eine verdeckte Planung für einen Anschlag. Und deshalb müssen wir die Gamerszene stärker in den Blick nehmen“ (https://www.ardmediathek.de/daserste/player/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2JlcmljaHQgYXVzIGJlcmxpbi9kM2NlOGI5Mi1hM2RmLTQ3MTQtYWEyYy1kYTE1NWVhMmZkZDM/bericht-aus-berlin).

Doch wir sollten in diesem Fall auch über digitale Zivilcourage sprechen. Ein Opfer von Halle wurde in einem Dönerimbiss erschossen. Rassisten, oder empathielose Spinner, wie Sonja Peteranderl sie im Netzwelt-Newsletter vom Spiegel nennt (https://www.spiegel.de/netzwelt/web/anschlag-in-halle-digitale-zivilcourage-beginnt-beim-doenerimbiss-a-1291442.html), haben dem Imbiss bei Google eine 1-Sterne-Bewertung gegeben und dazu ekelhafte Kommentare hinterlassen.
Nun kann man gegen solche Kommentare vorgehen, allerdings dauert es einige Zeit, bis Betreiber von Plattformen oder auch sozialen Netzwerken so eine Meldung bearbeiten und dann den entsprechenden Kommentar löschen. In diesem Fall haben dutzende Menschen digitale Zivilcourage gezeigt und dem Profil des Dönerimbiss 5-Sterne-Bewertungen gegeben und positive Kommentare geschrieben. Einen ausführlichen Faktencheck zu den abscheulichen Kommentaren und zu anderen Falschmeldungen, die nach dem Anschlag in sozialen Netzwerken kursierten, gibt es bei den Faktencheckern von mimikama: https://www.mimikama.at/allgemein/kiez-doener-in-halle/

Hass im Netz ist genauso verletzend, wie Hass in der Realität. Es braucht also auch online eine starke Community, die Zivilcourage zeigt und sich für ihre Mitmenschen einsetzt. So eine starke Community ist auch die Facebook-Gruppe #Ichbinhier, initiiert von Judith Marthaler und Hannes Ley: https://www.facebook.com/groups/718574178311688/
Mit konstruktiven Kommentaren machen sich die Gruppenmitglieder gegen Hasskommentare und Hetze im Netz stark. Und das gute: jeder kann Teil davon werden.

Und damit bis zur nächsten Woche im Tiny Feed!